













Nach einigem hin und her in Miri um Michael zu treffen, klappte es schliesslich und so sassen am 5.6.10 sechs erwachsene Personen (mich eingeschlossen) und 2 Kinder in einem Toyota Jeep und fuhren ins Hinterland von Sarawak (der aktuelle Staat).
Der Weg fuehrte zuerst stundenlang durch Palmoelplantagen, dann kam Wald und nur noch am Rande Oelpalmen und am Schluss keine mehr. Jedoch kamen die ganze Zeit Lastwagen mit Holz entgegen und das riesige Gebiet dort wo noch Wald steht wird dem auch noch zum Opfer fallen. An den Flughaefen in Sarawak wird gross "Nature Paradies" gepriessen fuer die Touris um die National Parks zu besuchen. Das ist jedoch meiner Ansicht nach eine einzige Luege und Propaganda. 10% der urspruenglichen Flaeche Waldes steht noch und es wird alles daran gesetzt um die Gebiete wo Touris nicht gerade hin gehen auch noch abzuholzen. Das wenige wo unter Schutz steht ist das grosse Natur Paradies Borneo, ein Hoch auf die ehrenwerten Naturschuetzer in der Regierung Malaysiens!
Und ich war in ein solches Gebiet unterwegs. Als ich sah wie viele Plantagen es hat, bekam ich akut Wuermer. Und als ich sah wie viel noch verschwinden wird, bekamen meine Wuermer auch noch Wuermer! Eine Strasse durch den Wald gestanzt um den Zugriff zu edlen Hoelzern zu ermoeglichen und danach Plantagen anzubauen..... Oekonomischer Fortschritt um jeden Preis.
Aeh wo war ich??? Ach ja im Jeep; nach 6 Stunden holperiger Fahrt kamen wir am fruehen Abend in einem kleinen Ort an, von wo wir mit dem Boot weiterfuhren. Endlich im Wald, keine Strasse und Bulldozer mehr! Es hatte viele Fledermaeuse die ueber dem Wasser jagten und wir schliefen auf halbem Weg in einem Doerfchen, da es dunkel wurde.
Zum Fruehstueck gab es Reis, Gemuese und gekochte Netzpython. Das arme Tierchen! Wie kann man nur so eine suesse Schlange verspeisen? Aller Tierliebe zum Trotz, nagte ich jedoch bald auch an den Rippchen.
Im Zielort Long Kerong angekommen, bezog ich bei Michael mein Zimmer und verbrachte den Rest des Tages mit lesen und baden im Fluss. Die Kinder kamen irgendwann mit einem Aeffchen daher und meine Frage ob dies ein Haustier sei wurde eindeutig verneint; Fruehstueck! Jedoch musste der Happen noch etwas Fleisch ansetzen.
Am naechsten Morgen ging es los fuer 2 Naechte mit Michael in den Jungel. Der nasse Boden, meine abgelatschten Schuhe und die Tatsache, dass ich der Tolpatsch in Person bin, gingen eine intressannte Symbiose ein mit der Folge, dass ich ein paar mal Kopfueber im Gebuesch landete. Im Camp chillten wir meistens und gingen am zweiten Tag etwas weiter zu einem Waserfall und wieder zurueck. Es regnete jeden Tag und die Blutegel waren in hochem Masse an uns erfreut. Ich wurde nie so richtig warm mit Michael, er kuemmerte sich zu sehr darum viel Geld zu verdienen (etwas wovon ich im Jungel eigentlich nichts hoeren moechte) und erzaehlte mir kuriose Geschichten aus der Bibel (noch etwas wovon ich im Jungel nichts hoehren moechte). Seine ganze Art kam mir egoistisch vor. Ich weiss, dass sie das Geld dringend brauchen, aber soviel wie moeglich von einem Tourist zu holen ist doch etwas der falsche Weg.... Und er redete meistens darueber wie er viel Geld machen will um dann die Touris hierher zu bringen. Eigentlich sollte es ja umgekehrt laufen.
Na ja. Zurueck in Long Kerong, uebernachtete ich im Haus und am Morgen zog ich mit Pari fuer 3Tage los. Wir verstanden uns sofort praechtig. Er ist ein alter Fuchs, der manchmal fuer Wochen allein im Jungel lebt und auch bei den Blokade-Aktionen mitmacht wenn die Holzfaeller ins geschuezte Gebiet kommen. Er habe auch schon diverse Bulldozer und Bagger angezuendet, entwendet Motorsaegen und ist in fordester Front dabei. Er ist ein richtiger Waldexperte und passionierter Jaeger, wie eigentlich alle Penan.
Mit ihm erklomm ich einen Berg welcher nicht ganz einfach war, da der Regen uns eine Rutschbahn zu Fuessen legte. Aber natuerlich schafften wir es! Wir konnten gerade so knapp unser Camp aufbauen als es wieder aus Kuebeln goss, den ganzen Nachmittag und Nacht, welche ziemlich kalt wurde. Wir sassen lange am Feuer, redeten, tranken Kaffee und er lud mich schon an diesem Abend ein, das naechste Mal fuer ein Monat oder mehr mit ihm in den Wald zu gehen.
Tags darauf auf den Kamm des Huegels, wo ich darauf wartete dass sich der Nebel verzog um die Aussicht zu sehen und er fuer den Rest des Tages jagen ging (er wollte mir einen Makaken servieren). Ich vertrieb mir die Zeit mit Fotos machen, Holz sammeln und einfach nur zu geniessen.
Der Jungel ist ein Ort der Geraeusche. Wenn man viele Tiere sehen will, sollte man tauchen gehen. Im Wald ist hoehren angesagt. Das Rauschen wenn eine Gruppe Nashornvoegel ueber die Baeume fliegt, das rufen der Insekten und Gibbons und das Bellen der Hirsche vermischen sich zu einer Musik wo ich stundenlang zuhoehren kann.
Mein lezter Tag in Long Kerong verbrachte ich beinahe ausschliesslich im Fluss mit den Kindern! Ja nicht nur Daniel kann sich im Fluss waschen und mit Kinder spielen! Ich hatte ein riesen Gaudi und am Abend als es in stroemen regnete (mal zur Abwechslung) sass ich im Fluss, liess mich von den Sandfliegen (kleine fiese Blutsauger) zerfleischen und genoss einfach nur den Moment.
Dann kam der Tag des Abschieds und ich fuhr wieder gen Miri.
Epilog:
Es war eine super Zeit, jedoch sehr paradox. Ich kam in den Jungel um mir wenig Gedanken ueber Geld zu machen und wenig auszugeben. Das Gegenteil war jedoch der Fall und ich verbrauchte mein Tages-Limit eindeutig. Ich weiss, dass sie es dringend brauchen und verurteile keinen, aber ich will ehrlich gesagt nicht jeden Tag spueren wie eine Geldmaschine angesehen zu werden. Nicht dort, da es sonst schon genuegend so ist (Villeicht ging ich auch mit den falschen Vorstellungen). Speziell mit der Art von Michael hatte ich einige Muehe und war nicht sonderlich glueklich mit ihm. Die Zeit mit Pari jedoch war einfach der Hammer, das pure Gegenteil von Michael (ich bin sicher, die meisten Penan sind so) und auch mit den Kinder des Dorfes verbrachte ich viele lachende Stunden im Fluss. Tiere habe ich nicht viele gesehen, dass groesste Objekt meiner Interesse war ich; mindestens 5 Bienen-Arten, diverse Fliegen, Ameisen und Egel tummelten sich auf meinem Koerper um die wilkommene Salzquelle zu nutzen.
Trotz allem empfehle ich diesen Trip waermstens weiter, er fuehrt in eine andere Welt.
Soviel zu meinem Erlebniss.
Lukas
da gits nume eis. ab ga lisme ufe bundesplatz:-)
AntwortenLöschenDa bechunt me ja scho nume bim läse würmer :-( ...schön sone objektive bricht über d lag in burma z läse. Fröie mi scho uf ne quatsch abe we dä retour bisch!!! Auf bald mein Freund!
AntwortenLöschenaehm borneo (malaysia), nid burma!!! ;-)
AntwortenLöschenburma gitts ab negsch wucha.
gruass
lukas