Donnerstag, 22. Juli 2010

Mawlamyine und Hpa An


In den unaussprechlichen Ort Mawlamyine ging ich nur damit ich ein Boot nach Hpa An nehmen konnte. Dummerweise war gerade ein Feiertag und so sassen ich und noch 4 weitere Touris auf dem Trockenen. Aber da wir so viele waren, teilten wir uns ein privates Boot den Fluss rauf.

Bei einer Bruecke kurz vor Hpa An mussten wir an einem Militaerboot unsere Paesse zeigen. Nachdem sie 5min unsere Kopien angesehen hatten, wollten sie die Orginalen. Die sahen sie gut 10min an und nachdem wir unsere Paesse wieder erhalten hatten, wollten sie noch wissen aus welchen Laendern wir sind. Soviel zur Allgemeinbildung der Soldaten hier.

Das Gebiet um Hpa An ist wunderschoen, mit "Lime Stone" Huegeln durchsetzt, regnerisch, heiss und gruen. Das Staettchen hat einen charmanten Markt (mit mir als Haupatraktion) und sehr freundliche Leute.

Ich ging mit Tim (ein Englaender) eine Hoehle besichtigen die wieder einmal mit Buddhas vollgestopft war und noch ein kleines Kloster beherbergte. Die Moenche liessen fuer 3000 Kyats den Generator laufen, so dass wir auf dem Pfad durch die Hoehle Licht hatten. Wir brauchten ca. 30min ans andere Ende und von dort sahen wir querfeldein einen weiteren Hoehleneingang. "Ok, lass uns diesen nehmen und den Weg abkuerzen!" war so in etwa die Idee. Das Feld entpupte sich als halber See durch den wir bald Huefte tief wateten. Zum Gluck hatte es keine Egel, Krokodile oder gar Haifische und wir schafften es nur nass zu werden. Die Hohle fuehrte uns dann im Keis herum und wir konnten wieder durch den Sumpf zurueck wo wir hergekommen sind.

Mein naechster Ausflug fuehrte mich auf den Mt. Zwegabin. Um einen Schweizer artgerecht zu halten muss man ihm einen Huegel oder Berg zur Verfuegung stellen, damit er rauf kann (kleine tierpflegerische Anektote). Es ging ja nur ein bischen steil rauf und war ja nur ein bischen heiss, aber die Luftfeuchtigkeit liess mich nasser als nach einem Bad auf dem Gipfel ankommen. Die Aussicht war ganz nett, rundum die Flusslandschaft und die vielen Huegel sahen aus wie aus dem Bilderbuch. Auch hier wieder ein kleines Kloster auf dem Gipfel und die obligatorischen Makaken.

Auf meinem Streifzug durch durch Hpa An lernte ich U Ten Tan kennen, der gerade einen Abflusstuempel von Plastik befreite, damit das Wasser fliessen konnte und sich die Mosquitos nicht so vermehren koennen. Er ist 62 und hatte 36 Jahre lang fuer die Regierung gearbeitet um jetzt eine monatliche Rente von 4000Kyats (4Fr.-) zu bekommen. Erstaunlicherweise war auch er nicht sonderlich gut auf die Polizei und Soldaten zu sprechen.

Meine Reise geht hier zu Ende und ich werde morgen den Rueckzug antreten. Burma war ein kroenender Abschluss und Hpa An ein wuerdevolles Ende. Ich schreibe dies unter Traenen, das ganze Internetcafe glotzt mich an, und werde ganz sicher wieder nach Burma zurueckkehren!

Lukas

Samstag, 17. Juli 2010

Folge dem Kaninchen


Die Reise ging weiter in den Osten zum Inle - See. Das Wasser ist glasklar, voll von Wasserpflanzen und der Spiegel sollte in den naechsten 2 Monaten noch 2 - 3m ansteigen.

Als Tourist darf man nur mit einer Tour auf den See, alleine mit einem Kanu ist verboten. So musste ich halt wider einmal mit einer kleinen Gruppe gehen und wir gingen alle "Sehenswuerdigkeiten" anschauen, wie Goldschmieden oder Webereien, wo man natuerlich zu ueberteureten Preisen noch Souvenirs kaufen konnte.

Auf dem See haben die Leute schwimmende Gaerten auf den Wasserpflanzen angelegt und bauen dort Tomaten und allerlei anderes Gemuese an, welches sie mit Booten ernten.

Als ich wieder richtung Yangoon fuhr, musste ich zweimal meinen Pass an Checkpoints abgeben (mitten in der Nacht) und die schrieben alle Daten heraus und wollten wissen von wo und wohin. Mir ist auch aufgefallen ,dass sie nur von bestimmten Leuten das Gepaeck durchsucht haben, welche ethnisch Shan sind. Alle Burmanen wurden nicht gecheckt.

Ich habe auch endlich rausgefunden, warum sie in den Bussen die Passagiere immer schockgefrieren; da die Strassen so schlecht sind und man mehr in der Luft als auf dem Sitz ist und sowiso nicht schlafen kann im Nachtbus wird soweit runtergekuehlt um uns moeglichst frisch zu halten. Ich habe ihnen dann meinen abgebrochenen Finger gezeigt und meinen Unmut kundgetan.

Einen kurzen Stopp in Bago legte ich ein um die Suempfe in der Naehe zu besuchen, welche aber leider um diese Jahreszeit kaum bevoelkert sind, da alle Voegel im Norden sind. Aber Luusa meine Fahrerin vom Guest House war dafuer sehr lustig, besonders mit ihrem Eifer. Kaum fragte ich was, hatte sie schon das Motorad gesattelt und meinte wir koennten los!

Danach gings in den Sued-Osten, den langen Zipfel der die Grenze zu Thailand stellt. Eine der heiligsten Staette des Landes, den Mt. Kyaiktiyo mit seinem "goldenen Felsen" (ein Fels voellig ueberzogen mit Blattgold) durfte man nicht in Schuhen betreten (wie keine buddhistische Staette) aber ganz offensichtlich mit Sturmgewehr und Granatenwerfer wie die 6 Regierungs - Soldaten demonstrierten. Sie sassen dann auch noch zu allem Ueberfluss im selben Pick-Up runter ins Dorf zurueck und ich musste mich stark beherschen nicht einen unueberlegte Rambo-Aktion durchzustarten.

Keiner hier mag die Regierung und vor allem nicht die Soldaten (welche ja die Regierung sind) und wenn man ein paar Geschichten lauscht und sieht was abgeht in Burma, wird man auch nicht unbedingt ein Freund der gruenen Maennern....

Lukas

Dienstag, 13. Juli 2010

Tempel von Bagan


Die 800 Jahre alten Tempel von Bagan bedecken eine riesige Flaeche, durchsetzt mit Tempeln, vollgestopft mit Buddhas. Ich verliebte mich sogleich in die Trockenzone von Zentral Burma. Der Baustiel zeugt wieder einmal von asiatischer Meisterkunst und ich zog 2 Tage durch die Ruinen.

Es hatte sehr viele Agamen (Echsen) hier und die armen Tiere sahen sich bald zur Flucht gezwungen als ein langhaariger Tourist ihnen zwischen den Tempeln hinterher jagte.

Den ersten Tag war 8 Stunden mit einem Pferd und Wagen angesagt. Der Preis war 10'000 Kyats (ca. 10Fr). Der Fahrer erzaehlte mir, dass er den Wagen nur mietete, 7000 abgeben musste, eine Familie mit 6 Kindern hatte und fuer ihn plus Familie 4000 Kyats am Tag reichten. Das ist schon ein hartes Stueck Realitaet.

Er kannte sich prima in der Gegend aus und fuhr zu beeindruckenden Tempeln, auf die man zum Teil rauf konnte. Bei den Meisten warteten Scharen von Kinder oder "Touristen-Fuehrer" auf Kundschaft. Zur Zeit sind fast keine Touristen dort und gegend Abend konnte ich es nicht mehr hoehren wenn mir jemand was verkaufen oder mich rumfuehren wollte.

Einen heiligen Berg, den "Mt. Popa" durfte man nicht in schwarzer oder roter Kleidung besteigen, da man sonst die Geister veraergern wuerde. Dies zwang mich nach einem Jahr etwas anderes als schwarz anzuziehen und ich musste extra auf den Markt gehen, mir ein weisses Shirt kaufen. Allerdings habe ich etwas geschumelt und trug schwarze Unterhosen.

Der Berg wurde allerdings mehr von Makaken als von Geistern heimgesucht, die gerne mal die Touris ueberfallen. Sie froderten mich heraus, ich nahm an, und nach einer zuenftigen Pruegelei wusste ich wer der Boss war und zog mich mit einem blauen Auge zurueck.

Die Aussicht war wieder einmal super, das Trockenland breitete sich zu den Fuessen aus soweit man sehen konnte. Auch die Briese war mir sehr wilkommen, da es nicht unbedingt kuehl ist in Burma.

Ich habe inzwischen tausende Stupas gesehen, aber Bagan war wirklich sehr speziell und mich beeindruckte jeder Tempel aufs Neue.

Lukas

Donnerstag, 8. Juli 2010

Snake Temple

Als sich die Informationen meiner Spione bestaetigte, dass es hier einen Schlangentempel gab, gab es kein halten mehr! Bewaffnet mit dem Cousin von Soso (mein Trishaw-Fahrer) und seinem ausgegrabenen Mazda fuhren wir los.

Im Tempel war ich der einzige Touri (Hurra) mit ein paar Einheimischen um das taegliche Ritual zu sehen. Bei einer kleinen Buddha Statue lagen 3 Tigerphythons, die groesste ca 4.5m. Um elf Uhr morgens wurden sie zum Becken getragen und gewaschen. Ich war schon etwas beeindruckt wieviel sich die Tiere gefallen liessen, speziell so oft und grob am Kopf angefasst zu werden.

Danach kam es zur Fuetterung; Eier und Milch. Ja ihr habt richtig gelesen; Eier und Milch fuer eine fast 5m lange Schlange. Der Kopf wurde gepackt, mit einem Kugelschreiber den Schlund offengehalten und dann die Omellettenfluessigkeit reingeleert. Der kleine Tierpfleger auf meiner Schulter wurde Ohnmaechtig. Nach der Fuetterung kroch die Schlange mit etwas Fuehrung zum Buddha zurueck und schlief dort weiter.

Fuer die Glaeubigen sind die Schlangen dort, weil es Reinkarnationen sind und desshalb nicht weggehen. Na ja ich hatte da etwas eine andere Meinung, enthielt jedoch meine Stimme. Aber wie die Tiere fast zielgenau wieder zum Buddha zurueckkrochen war schon erstaunlich.

Danach ging es zu einer 200 Jahre alten Bruecke, welche 2 Ufer verbindet von einem See, der in der Regenzeit mal 5m ansteigt und in der Trockenzeit nur ein paar Tuempel beherbergt.

Auf der Rueckfahrt lag unser “Auto” zweimal ab, was mich nicht sonderlich erstaunte. Zum laufenlassen mussten wir es ja auch jedesmal anschieben, also was solls.

Lukas

Freitag, 2. Juli 2010

Lukas in Mandalay


In Mandalay , das mir viel besser gefaellt als Yangoon, zog ich meinen Feldzug um alle Tempel zu sehen weiter. Es gibt unglaublich viele Pagoden und Stupas in diesem Land . So sah ich mir das “groesste Buch der Welt” an, eine Pagoda von 729 Stupas umgeben in welchen je eine Steintafel stand, vorn und hinten vollgemeiselt mit der Geschichte Buddhas. Etwas weiter nochmals dasselbe, aber diesmal mit der Geschichte eines Prinzen.

Den Mandalay-Hill erklomm ich natuerlich auch noch. Die Aussicht und der Sonnenuntergang ueber dem Irrawady war unbeschreiblich.

Den halben Tag war ich mit einem Trishaw (Velo-Taxi) Fahrer unterwegs der mich rumfuhr. Er war auch bei den Protesten 2007 dabei und nicht sonderlich gut auf die Regierung zu sprechen. Wie eigentlich keiner, falls sie darueber reden. Den alten Koenigspalast zu sehen haette mich 10$ gekostet, die direkt an die Regierung gehen. Ausserdem sind neben dem mit Zwangsarbeiter wiederaufgebautem Palast (das Orginal wurde im 2ten Weltkrieg zerstoert) auch noch ca. 15’000 Soldaten auf dem Gelaende stationiert. Das musste ich nicht unbedingt sehen und unterstuetzen.

Von hier aus werde ich meine Burma-Eroberungstour weiterfuehren und noch viele Stupas und Pagoden werden hinfortgeritten unter den Hufen meiner erbarmungslosen Flip Flops.

Lukas

Dienstag, 29. Juni 2010

Burma – Yangoon


Nach 3 Stunden schlafen ging ich raus auf die Strasse, kaperte ein Taxi und fuhr zum Flughafen um nach Burma zu fliegen.

Ich war ein bischen entaeuscht, dass ich nicht der einzige Touri war, der in das Flugzeug stieg. Auch die erwarteten Panzer am Flughafen in Yangoon waren nicht da um mich zu empfangen. Statdessen hatte ich null Probleme und fand mich bald in einem weiteren Taxi zum Guest House.

Was mich extrem ueberraschte war, dass es nicht ein Motorrad gibt in dieser asiatischen Stadt. Ich konnte mir das gar nicht vorstellen….

Burma ist soweit komplett anders als alles wo ich bisher war. Es ist schwierig soviele Eindruecke in Worte zu fassen. Alles ist etwas verfallen, es hat viele Moenche, eine golden Pagoda in der Mitte eines Kreisels, ueberall Tee-Haeuser und die Leute sind extrem nett.

Ich entschloss mich noch am selben Tag die Shwegadon Pagoda zu besichtigen. Es ist ein Heiligtum der Buddhisten und komplett vergolded. Danach ging ich noch in den Zoo um mich zu vergewissern, dass auch alles schief lief. Es lief! Ich habe noch nie so viele falsche Tierhaltung gesehen seit meinem Besuch im Pekinger Zoo. Meine Wurmpopulation explodierte. Der ganze Zoo fiel beinahe auseinander und die Tiere wurden allem Anschein nach nur von Bananen ernaehrt. Aber wo die Menschenrechte nicht unbedingt eingehalten werden, kann man auch nicht erwarten, dass es ein Fischotter besser haette. Auf meinem Rueckweg verlief ich mich dann obligatorischerweise wieder einmal und musste ein Taxi nehmen, da ich nicht mehr laufen konnte.

Es ist sehr heiss und schwuel, so dass ich ununterbrochen schwitze. Aber ich stinke inzwischen gerne, kein Problem. Die Leute hier starren einem an (ich bin ein Star!!!), sind aber sehr zurueckhaltend (ausser die Geldwechsler) und freundlich. Meine bevorzugten Strassenkuechen kochen das Essen so wie ich es gerne habe und ueberall gibt es Tee dazu, welcher mir sehr mundet. Die Jungs und Maedels im Guest House sind aufgestelte junge Birmanen, die sehr gerne plaudern und alles wissen wollen wie es bei uns zu Hause ist.

Meine naechste Destination ist Madalay, die alte Koenigsstadt.

Frisch aus Burma

Lukas